Station T: Rotationsscheiben

Nutzungsvorschläge:

Die Arbeit mit den Drehscheiben erfolgt am besten immer zu zweit. Während ein Kind die Scheibe dreht, beobachtet das andere aus ca. 4 m Entfernung die Veränderungen des Motivs. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich ein Andrehen der Scheiben durch Erwachsene.

Motiv Spirale:

Die Drehscheibe zeigt eine Spirale, die sich zur Mitte hin verengt und nach außen öffnet.

  • Dreht ein Kind die Scheibe im Uhrzeigersinn, so scheint sich für das betrachtende Kind die Spirale immer mehr zu erweitern.
  • Wendet es nun seinen Blick von der Scheibe ab auf den Strauch rechts neben der Drehscheibe, oder auf die eigene Hand, oder auf den Kopf des Nachbarn, so scheint sich dieser im Zeitraffer zu verengen.
  • Bei entgegengesetzter Drehung bildet die Spirale einen immer tiefer werdenden Trichter. Wendet das betrachtende Kind nun seinen Blick ab, so scheint sich die gesamte Umgebung im Zeitraffer zu erweitern, d.h. der Strauch wirkt räumlich vergrößert, kommt dem Kind entgegen.

Motiv Pulsation:

Das Motiv zeigt schwarze konzentrische Quadratlinien mit kreisförmig gebogenen Ecken. Die geraden Strecken der Quadratlinien beginnen sich in der Drehbewegung nach innen einzubiegen, während die runden Ecken sich vorzuwölben scheinen. Die Linien winden sich scheinbar wellenförmig um den Mittelpunkt. Das Linienfeld insgesamt erweckt für den Betrachter den Anschein, sich pulsierend zusammenzuziehen und zu weiten. Das Auge empfindet eine pulsierende körperliche Schwingung – wie das Ein- und Ausatmen im menschlichen Körper.

Motiv Kegel:

Die Scheibe zeigt eine Schar sichelartiger Bögen. Infolge des Abstandes ihrer Mittelpunkte und der Gegenrichtung ihrer Schwellungen umschließen die größeren Sicheln die kleineren. In Drehung versetzt, fügen sich sogleich die größeren Bögen zu einem Kegelmantel, der dem Betrachter entgegen kommt, während die kleineren Bögen einen Trichter bilden. Auch wenn das betrachtende Kind durch Hin- und Hergehen seinen Blickwinkel ändert, bleibt der räumliche Eindruck gleich.

Auf Grund der optischen Täuschung scheint die „Kugel" in der Mitte gleich herauszufallen

Motiv Farbdrehscheibe:

Die Scheibe ist in blaue und gelbe Sektoren eingeteilt.

Bei Drehung kommt es nicht nur zur Farbmischung, es erscheint die Farbe grün und kurze Zeit darauf die Komplementärfarbe Purpur-Rot. Der Betrachter erlebt die Wirkung Farbe als physische, immaterielle Erscheinung

komplementär = Ergänzung!
heißt: Die Komplementärfarbe ist jene Farbe, die eine andere zu weiß ergänzt. (Blau und gelb wird grün; grün und rot = weiß)

Nähere Erläuterungen finden Sie im Buch "Illusionen des Lebens" in der 5. Reise "Die Farben und der graue Alltag" und zu Komplementärfarben dort auf Seite 119.

Hintergrundinformationen:

Die Vorgänge, die das Betrachten der in Drehung versetzten Tafeln auslöst, finden nicht auf den Scheiben statt, sondern einzig im Betrachter. Wir können hier Grundgesetze von Wahrnehmungen am Beispiel des Sehvorganges erfahren: Beim Anblick der rotierenden Scheiben erzeugt das Auge aktiv aus sich heraus komplementäre und polare Gegenbilder. Das Sehorgan erfüllt damit ein Grundprinzip der Natur, in der Vielfalt des Wahrgenommenen ihre Einheit und durch Einheit ihre Vielfalt zu bewahren. Der Sehsinn „balanciert" aus.

An den Rändern des schwarzen Motivs der Spiralscheibe erscheinen die Komplementärfarben (Rot, Gelb, Grün, Blau, Violett). Eine grundlegende Lichterscheinung wird hierbei sichtbar: Farbe als dynamische Durchdringung der hellen und dunklen Rotierteile in Form der schwarzen und weißen Spirallinien. (vgl. Richter 1998, S. )

Gerade die Scheibe mit dem Motiv der Spirale zeigt die „Trägheit" des Auges auf. (Kino-Film = laufende Einzelbilder).

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